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Sonntag, 23. August 2015

Mountain Dulcimer meets Kantele

Am Rande der "Folksounds Elmstein" hatten Martin Oesterle und ich endlich einmal wieder Gelegenheit, miteinander Musik zu machen. Auch wenn wir im Video so ernst dreinschauen, hatten wir doch eine Menge Spaß und waren völlig entspannt.


Vor der wunderschönen Kulisse einer einsamen Lichtung im Pfälzer Wald haben wir ungeprobt und ungebügelt folgende fünf Stücke eingespielt:

Pajalaulu (Schmiede-Lied) - Finnisches Volkslied
Wildwood Flower - Folksong USA
The Leaving of Liverpool - Folksong England, Irland, USA
O Susanna - Stephen Foster
Camptown Races - Stephen Foster

Viel Spaß damit!

Video und Text: Peter Widenmeyer, 2015

Dienstag, 23. Juni 2015

Kleb' dir eine...

Akkordeon und Kantele - diese beiden Instrumente sind die Hauptdarsteller auf zwei Briefmarken, die die finnische Post im Mai 2014 herausgegeben hat. Leider darf ich die Briefmarken hier nicht wiedergeben (obwohl ich sie mir gekauft und hier vor mir liegen habe), da sie urheberrechtlich geschützt sind. Deshalb hier dieser Platzhalter:


Hier gehts zur Präsentation der Marke auf der Homepage der finnischen Post: Klick!
Schnell fällt auf, dass sowohl die Kantele als auch das Akkordeon irgendwie seitenverkehrt abgebildet sind. Und warum ausgerechnetet eine sechssaitige Kantele gezeigt wird, ist auch nicht so recht nachvollziehbar.

Vielleicht hängt die grafische Gestaltung ja mit dem auf beiden Briefmarken versteckten CEE Code zusammen. Dieser kann mit speziellen Smartphone-Apps ausgelesen werden und soll dann direkt zu einem darin verlinkten Youtube-Video führen. Auf diesem bietet die "Folk Big Band" die D-Moll-Polka von Konsta Jylhä auf. Nähere Infos auf Deutsch und den Link zum Youtube-Video gibt es auf dieser deutschsprachigen Pressemitteilung der finnischen Post: Klick! (PDF-Datei)

So oder so: viel Spaß damit!
Text, Foto und Montage: Peter Widenmeyer, 2015

Dienstag, 3. Februar 2015

Kantele und Kunst

Die Kantele war und ist natürlich auch ein Gegenstand der finnischen Kunst. Elias Lönnrot hat dem Instrument im "Kalevala" ein literarisches Denkmal gesetzt. Bekannte Maler seiner Zeit haben sie als Motiv für ihre Bilder gewählt.
Manche von ihnen illustrieren die kalevalische Überlieferung von Väinämöinen und der ersten, aus einem Hechtskiefer bzw. der zweiten, aus Holz geschnitzten Kalevala.
Andere zeigen die Kantele im Gebrauch der einfachen, bäuerlichen Bevölkerung. Damit sind sie typisch für die finnische Nationalromantik, die nach jahrhundertelanger schwedischer, dann russischer Vorherrschaft, das eigentlich Finnische in den Fokus rückt.

Hier sind ein paar typische Beispiele aus dem 19. Jahrhundert zu sehen:

1851 - Väinämöinen spielt auf der Kantele.
Johan Zacharias Blackstadius, schwedischer Maler (1816-1898).
1866 - Väinämöinen spielt auf der Kantele.
Robert Wilhelm Ekman, finnischer Maler (1808-1873).
1892 - Kantelensoittaja.
Pekka Halonen, finnischer Maler (1865-1933).
Ateneum, Helsinki.
1893 - Die Runensängerin Larin Paraske spielt die Kantele.
Albert Edelfelt, finnischer Maler (1854-1905).
Odessa Museum of Western and Oriental Art.
1896 - Streit um den Sampo.
Akseli Gallen-Kallela, finnischer Maler (1865-1931).
Finnische Nationalgalerie.

Rechtlicher Hinweis:
Alle Maler der hier gezeigten Gemälde sind seit weit über 70 Jahren verstorben.
Somit gelten ihre Werke nach europäischem Urheberrecht als gemeinfrei. Nach gängiger Rechtsauffassung
gilt das auch für einfache, zweidimensionale neuere Reproduktionen entsprechender Gemälde.

Quelle für alle Bilder: commons.wikimedia.org, public domain.

Bildbearbeitung und erläutender Text: Peter Widenmeyer, 2015

Dienstag, 11. November 2014

Kantele - richtig betont!

Immer wieder begegnet mir bei Gesprächen hier in Deutschland, dass das finnische Nationalinstrument "Kanteele" genannt wird. Also mit Betonung auf der vorletzten Silbe, ähnlich wie bei Ukulele oder Gabriele.

Das ist allerdings nicht richtig. Im Finnischen wird grundsätzlich die erste Silbe eines Wortes betont: Helsinki, Räikkönen usw.

Das gilt auch für das Wort "Kántele" sowie für die in manchen Gegenden Finnlands und in Estland verbreitete Bezeichnung "Kánnel". Betont wird die erste Silbe "Kan-". Wissenschaftlich korrekt stellt sich die Aussprache so dar:


Eine kleine Hilfe für alle, die sich schon "Kanteeele" angewöhnt haben: denke an das deutsche Wort "Wanderer" - da sagt man ja auch nicht "Wandeeerer". Übrigens: auch das "t" in Kantele wird nicht ganz so hart gesprochen wie ein "t" im Deutschen - es liegt irgendwo zwischen "t" und "d".

Doppel-Konsonanten (wie hier beim "nn" in Kannel) bewirken im Finnischen - anders als im Deutschen - nicht, dass der vorhergehende Vokal verkürzt wird. Das "a" in "Kannel" wird normal lang gesprochen, bei der Aussprache des "nn" zieht man den Konsonanten tatsächlich ein wenig in die Länge.

Text und Grafik: Peter Widenmeyer, 2014

Freitag, 26. September 2014

Die zehnsaitige Kantele

Oben: 10saitige Kantele in traditioneller Form
Unten: 10saitige Kantele in "moderner" Form mit gerundetem "Flügel"
Hersteller: Melodia Soitin, Finnland.



Hier sind zwei Beispiele für zehnsaitige Kantelen zu sehen. Oben im Bild eine Kantele in traditioneller Form. Bei der unteren Kantele handelt es sich um ein Einzelstück: Die Decke ist an der Kopfseite noch über die Wirbel hinausgezogen und gibt dem Instrument eine elegante, abgerundete Form. Diese Bauweise geht in Richtung verwandter Instrumente des Baltikums: in Estland wie in Lettland steht der "Flügel" sogar weit und rechteckig wie das Brett, aus dem es gemacht ist, über.
Diese Verlängerung hat nicht nur optische Gründe: sie vergrößert auch die schwingende Fläche der Decke, außerdem kann sich die linke Hand des Spielers darauf stützen.
Text und Grafik: Peter Widenmeyer, 2014

Mittwoch, 17. September 2014

Die fünfsaitige Kantele

Oben: Fünfsaitige Kantele mit offenem Boden (und deshalb ohne Schallloch),
Hersteller: Melodia Soitin. Unten: Fünfsaitige Kantele mit geschlossenem
Korpus und Schallloch. Hersteller: Lovikka

Die Kantele (auch "Kannel") ist ein uraltes finnisch-karelisches Saiteninstrument. Sie zählt zur Familie der griffbrettlosen Kastenzithern. Ähnliche Instrumente sind im ganzen Baltikum und darüber hinaus bekannt (Kannel in Estland, Kokle in Lettland, Kanklès in Litauen und Gusli im Nordwesten Russlands).

Ursprünglich wurden die kleinen Kantelen aus einem vollen Stück Holz geschnitzt. Serieninstrumente werden heute auch in Rahmenbauweise und aus verschiedenen Hölzern (Kiefer, Erle, Birke u.a.) hergestellt. Der Resonanzkasten kann hinten offen sein. Es gibt aber auch Kantelen mit geschlossenem Korpus und einem Schallloch in der Decke.


Die ältesten Kantelen hatten fünf Saiten aus Pferdehaar. Heute werden meist Stahlsaiten verwendet. Gestimmt wird die fünfsaitige Kantele meist in D Moll (defga) oder in D Dur (def#ga). Gelegentlich findet man auch pentatonische Stimmungen. Damit gehört die Kantele zu den diatonischen Instrumenten. Das erleichtert das einfache, intuitive Musizieren  - aber es bedeutet auch, dass Halbtöne, die von der jeweiligen Tonleiter abweichen, nicht gespielt werden können.
 

Im Lauf der Zeit hat man die Möglichkeiten des Kantelespiels durch zusätzliche Saiten erweitert. Gängig sind heute neben der fünfsaitigen Kantele auch 10 , 11  und 15 saitige Modelle (sogenannte "Kleine Kantelen"). Sie werden zum Spielen auf den Schoß oder auf den Tisch gelegt. Die Saiten werden entweder mit den Fingern beider Hände gezupft – oder man dämpft zur Akkordbegleitung mit der linken Hand die Saiten, deren Töne nicht in den Akkord passen, während die rechte Hand über alle Saiten streicht.
In den letzten hundert Jahren hat sich dann auch der Typ der großen Konzert-Kantelen mit bis zu 39 Saiten herausgebildet. Sie verfügen oft über spezielle Hebel, dank derer auch Halbtöne erzeugt werden können, die außerhalb der diatonischen Skala liegen. Damit lässt sich dann sogar klassische Musik auf der Kantele spielen!

Text und Grafik: Peter Widenmeyer, 2014

Dienstag, 19. August 2014

Willkommen beim Kantele-Blog!

Herzlich willkommen bei meinem Kantele-Blog!

Hier werde ich in loser Folge meine Erfahrungen und Erkenntnisse im Blick auf die finnische Kantele posten.
Dieser Blog stellt eine Ergänzung zu meiner Kantele-Homepage www.finnischekantele.de dar.

In Kürze mehr!

Viel Spaß damit!

Text und Grafik: Peter Widenmeyer, 2014