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Sonntag, 1. März 2015

Zwei Melodien für trübe Tage...

Heute gibt's hier zwei einfache Übungsstücke für fünfsaitige Kantele in D-moll! Einfach die Kantele auf defga stimmen, und schon kann's losgehen. Als Empfehlung gilt auch hier der im Kapitel "Mut zur Improvisation" beschriebene Fingersatz: Der Daumen der rechten Hand übernimmt die a-Saite, der Zeigefinger die d-Saite. Die e-Saite wird vom linken Ringfinger, die f-Saite vom linken Mittelfinger und die g-Saite vom linken Zeigefinger angespielt.

Die beiden Stücke dürfen zum privaten Gebrauch gerne hier heruntergeladen werden. Jede andere Nutzung unterliegt dem Urheberrecht und ist ohne meine Zustimmung nicht erlaubt.

Five String Waltz
Wie der Name schon sagt: ein kleines Stück im 3/4-Takt. Einfach loslegen und mitwippen!


Leider lassen sich PDF-Dateien nicht direkt in den Blog einbinden. Die Noten für das Stück könnt ihr deshalb von meiner Domain www.finnischekantele direkt herunterladen (ca. 40 kB): Klick!

Rainy Day Tune
Und hier was im 4/4-Takt. Ein wenig länger als das vorige, da es ein paar Wiederholungen bzw. Variationen enthält:



Auch hier gibt's das Notenblatt direkt von mir: Klick!

Viel Spaß damit!
Text, Komposition, Notensatz, Videos: Peter Widenmeyer

Mittwoch, 17. September 2014

Die fünfsaitige Kantele

Oben: Fünfsaitige Kantele mit offenem Boden (und deshalb ohne Schallloch),
Hersteller: Melodia Soitin. Unten: Fünfsaitige Kantele mit geschlossenem
Korpus und Schallloch. Hersteller: Lovikka

Die Kantele (auch "Kannel") ist ein uraltes finnisch-karelisches Saiteninstrument. Sie zählt zur Familie der griffbrettlosen Kastenzithern. Ähnliche Instrumente sind im ganzen Baltikum und darüber hinaus bekannt (Kannel in Estland, Kokle in Lettland, Kanklès in Litauen und Gusli im Nordwesten Russlands).

Ursprünglich wurden die kleinen Kantelen aus einem vollen Stück Holz geschnitzt. Serieninstrumente werden heute auch in Rahmenbauweise und aus verschiedenen Hölzern (Kiefer, Erle, Birke u.a.) hergestellt. Der Resonanzkasten kann hinten offen sein. Es gibt aber auch Kantelen mit geschlossenem Korpus und einem Schallloch in der Decke.


Die ältesten Kantelen hatten fünf Saiten aus Pferdehaar. Heute werden meist Stahlsaiten verwendet. Gestimmt wird die fünfsaitige Kantele meist in D Moll (defga) oder in D Dur (def#ga). Gelegentlich findet man auch pentatonische Stimmungen. Damit gehört die Kantele zu den diatonischen Instrumenten. Das erleichtert das einfache, intuitive Musizieren  - aber es bedeutet auch, dass Halbtöne, die von der jeweiligen Tonleiter abweichen, nicht gespielt werden können.
 

Im Lauf der Zeit hat man die Möglichkeiten des Kantelespiels durch zusätzliche Saiten erweitert. Gängig sind heute neben der fünfsaitigen Kantele auch 10 , 11  und 15 saitige Modelle (sogenannte "Kleine Kantelen"). Sie werden zum Spielen auf den Schoß oder auf den Tisch gelegt. Die Saiten werden entweder mit den Fingern beider Hände gezupft – oder man dämpft zur Akkordbegleitung mit der linken Hand die Saiten, deren Töne nicht in den Akkord passen, während die rechte Hand über alle Saiten streicht.
In den letzten hundert Jahren hat sich dann auch der Typ der großen Konzert-Kantelen mit bis zu 39 Saiten herausgebildet. Sie verfügen oft über spezielle Hebel, dank derer auch Halbtöne erzeugt werden können, die außerhalb der diatonischen Skala liegen. Damit lässt sich dann sogar klassische Musik auf der Kantele spielen!

Text und Grafik: Peter Widenmeyer, 2014