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Samstag, 28. Februar 2015

Hyvää Kalevalan päivää!

Am 28. Februar 1835 - also genau heute vor 180 Jahren - unterschrieb Elias Lönnrot das Vorwort zur ersten Ausgabe des Kalevala.
Erschienen ist das Buch dann zwar erst etwas später. Aber dennoch feiern die Finnen zur Erinnerung und Würdigung des epischen Werkes jedes Jahr am 28. Februar den Kalevala-Tag - in der Landessprache: "Kalevalan päivä". Übrigens auch in Schaltjahren...

So ähnlich muss es ausgesehen haben, als Väinämöinen einst
in den finnischen Wäldern der Kantele die ersten Töne entlockte.
Eigenes Foto.

In diesem Sinne also: Hyvää Kalevalan päivää!
Text und Foto: Peter Widenmeyer

Samstag, 7. Februar 2015

Heut' gibt's mal was auf die Ohren...

Tataa, Premiere! Heute gibt's hier mal was zu sehen und zu hören. Da ich erst seit wenigen Wochen dabei bin, ein paar Brocken Finnisch zu lernen, entschuldige ich mich schon mal vorweg für meine Aussprache. Aber heute ich endlich Zeit und einfach Lust, folgende drei alten Volkslieder aufzunehmen.

Suutarin emännen kehtolaulu - Das Wiegenlied der Schustersfrau

In diesem Lied geht es um die Frau eines Schusters. Ein paar Jungs klopfen bei ihr an, aber sie muss ihnen sagen, dass der Schuster gerade über die Dörfer zieht, um mit seinem Handwerk Geld zu verdienen. Die Jungs sollen in der Woche darauf wiederkommen, um ihre Schuhe abzuholen.


Pajalaula - Schmiedelied

Auch hier geht es ums einfache Handwerk: eine Szene aus der Schmiedewerkstatt wird geschildert. Wie im vorigen Video, so spiele ich hier meine zehnsaitige Kantele von Melodia Soitin.


Virkkipä vanha Väinämöinen - Standhafter, alter Väinämöinen

Und hier ein Lied aus der Kalevala-Tradition. Es schildert, wie Väinämöinen die Kantele zur Hand nimmt und ihr alsbald wunderschöne Töne entlockt. Hier gespielt auf einer fünfsaitigen Kantele in D-Moll.


Mehr Kantele-Videos gibt es nach und nach auf meinem Youtube-Kanal: Be different. Play Kantele!

Text und Videos: Peter Widenmeyer, 2015 

Dienstag, 28. Oktober 2014

Das Kalevala als Film

Für alle, denen es zu mühsam ist, das Kalevala durchzulesen, gibt es gute Neuigkeiten. Lange Zeit war der finnisch-sowjetische Filmklassiker "Sampo" auf Deutsch nur noch als gebrauchte VHS-Kassette unter dem Titel "Das gestohlene Glück" erhältlich.
Immer wieder mal hatte ich die Hoffnung, dass irgendwann eine DVD erhältlich sein wird. Und: tataaa! Seit August 2014 gibt es den Film tatsächlich auf Silberling!

Elias Lönnrot, der Verfasser des Kalevala. Dass sein Werk einmal
verfilmt werden würde, konnte er nicht ahnen.Aufgenommen 1880.
Fotograf unbekannt. Quelle: commons.wikimedia.org. Public domain.

Bei mir kam der Film in einer edlen Papphülle an, darin ein transparentes Jewel Case. Die Bildqualität des Films ist soweit ordentlich - allerdings nicht "digital" neu herausgeputzt. Man sieht dem Film sein Alter an, und natürlich war auch die Tricktechnik 1958 noch nicht so weit entwickelt wie heute.

Ob ich den Film schon sechsjährigen kommentarlos zur Sonntagnachmittaggestaltung überlassen würde, weiß ich nicht.Der Stil des Films ist teilweise sehr pathetisch und die Handlung erlaubt sich einige Freiheiten gegenüber dem originalen Kalevala. Dennoch kann man sich das durchaus ansehen - ein wenig Kantelemusik kommt auch drin vor (obwohl ich nicht glaube, dass der Schauspieler, der Väinämöinen verkörpert, tatsächlich Kantele spielen kann, aber was soll's...).

Hier gibt's die ausführliche Beschreibung des Films bei Wikipedia: Klick!

Text: Peter Widenmeyer, 2014

Das finnische Nationalepos: Das Kalevala

Nach schwedischer und russischer Vorherrschaft - auch in kultureller Hinsicht - entwickelte sich so etwas wie ein "finnisches" Bewusstsein in Kunst, Musik und Literatur erst im 19. Jahrhundert. Der Lehrer Elias Lönnrot reiste im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts immer wieder durch Karelien und sammelte dort die in traditionellen Versen mündlich überlieferten Mythen. Aus diesem Material wurde schließlich das Epos "Kalevala", deren Fassung von 1849 heute als Standardtext gilt. Auch wenn sich die einzelnen Zeilen nicht reimen, handelt es sich hier nicht um Prosa, sondern um die sogenannten "Runo-Gesänge".

Denkmal von Erik Wikström in Helsinki:
Links sitzt der Zauberer Väinämöinen, neben ihm der Schriftsteller Elias Lönnrot.
Zu ihren Füßen die hübsche Aino. Eigenes Foto, 2014.

Im Zusammenhang mit dem Thema "Kantele" ist das Kalevala einmal deshalb wichtig, da die von Lönnrot gesammelten Gesänge von umherziehenden Runo-Sängern auf den Höfen, bei Festen und anderen Anlässen vorgetragen wurden.

Außerdem wird im Kalevala sozusagen der "Entstehungsmythos" der Kantele erzählt: einer der Sagenhelden ist der Schamane Väinämöinen. Zusammen mit anderen möchte er Louhi, der Herrin über das Nordland Pohjola, die Zaubermühle "Sampo" entwenden, um sie dem Volk von Kalevala wieder zurückzugeben. Diese Zaubermühle beschenkt die Menschen nämlich mit Salz, Mehl und Gold.


Statuen von Robert Stigell am Alten Studentenhaus Helsinki.
Links: Ilmarinen, der Schmied. Rechts: Väimämöinen singt zur Kantele.
Eigenes Foto, 2014.



Allerdings entpuppt sich seine Mission als durchaus abenteuerlich. Unterwegs müssen sie unter anderem den Kampf mit einem riesigen Hecht aufnehmen. Nachdem der erlegt ist, baut Väinämöinen aus dessen Unterkiefer die erste Kantele. Sein Plan ist nämlich, Louhi und ihre Leute nicht mit Schwertern, sondern durch Gesang zu betören.
Diese erste Kantele geht dann beim Kampf um das "Sampo" verloren. Deshalb baut Väinämöinen später hölzerne Kantelen und be- bzw. verzaubert damit die Menschen.

Text und Grafik: Peter Widenmeyer, 2014